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Bekanntmachung u. Auslegung d. Entscheidung v. 23.12.2021 im wasserrechtl. Erlaubnisverfahren f. d. Fortsetzung d. Einleitung v. Salzabwässern der Kaliwerke Neuhof-Ellers u. Werra der K+S Minerals and Agriculture GmbH im Zeitraum 01.01.2021 b. 31.12.27

Verkündungsdatum: 29.01.2022

Weser-Kurier und Nordsee-Zeitung vom 29. Januar 2022

Öffentliche und ortsübliche Bekanntmachung
gemäß § 27 UVPG i. V. m. § 74 Abs. 4 und 5 VwVfG

K+S Minerals and Agriculture GmbH - Wasserrechtliches Erlaubnisverfahren für die Fortsetzung der Einleitung von Salzabwässern der Kaliwerke Werra und Neuhof-Ellers in die Werra im Zeitraum 01.01.2021 bis 31.12.2027

Bekanntmachung und Auslegung der Entscheidung vom 23.12.2021

Das Regierungspräsidium Kassel erteilte mit Bescheid vom 23.12.2021, Gz.: 34/Hef-79f 12-03-352-2/666, der K+S Minerals and Agriculture GmbH (K+S) die bis zum 31.12.2027 befristete wasserrechtliche Erlaubnis zur Einleitung von Salzabwässern der Werke Werra und Neuhof-Ellers in die Werra bei Philippsthal und Heringen unter Auflagen und weiteren Nebenbestimmungen. Diese Erlaubnis schließt an die Erlaubnis vom 23.12.2020, Gz.: 34/Hef-79f 12-03-352-2/500, an, die bis zum 31.12.2021 befristet war. Das Vorhaben unterliegt der Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG). Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist Bestandteil des Erlaubnisbescheids.

I. Bekanntmachung der Entscheidung

  1. Gemäß § 74 Abs. 4 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) ist die Entscheidung durch Zustellung bekannt zu machen. Da mehr als 50 Zustellungen des Erlaubnisbescheids vorzunehmen wären, wird die nach § 74 Abs. 4 Satz 1 VwVfG vorgesehene individuelle Zustellung gemäß § 74 Abs. 5 VwVfG durch diese öffentliche Bekanntmachung ersetzt.

  2. Gemäß § 74 Abs. 4 Satz 2 VwVfG liegt eine Ausfertigung des Bescheids und der Antragsunterlagen in der Zeit vom 23.02.2022 bis einschließlich 08.03.2022 nach vorheriger ortsüblicher und öffentlicher Bekanntmachung in den nachfolgend aufgezählten Städten und Gemeinden von Montag bis Freitag während der allgemeinen Dienststunden zur allgemeinen Einsicht aus. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie kann die Einsichtnahme ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung unter der angegebenen Telefonnummer erfolgen. Die zum Zeitpunkt der Einsichtnahme geltenden Festlegungen zu den Corona-Kontaktbeschränkungen sind maßgeblich und zu beachten!

    Stadt Achim, Obernstraße 38, 28832 Achim (04202 9160416), Stadt Bad Karlshafen, Hafenplatz 8, 34385 Bad Karlshafen (05672 99990), Stadt Bad Oeynhausen, Schwarzer Weg 8, 32549 Bad Oeynhausen (05731 142117), Stadt Bad Sooden-Allendorf, Marktplatz 8, 37242 Bad Sooden-Allendorf (05652 9585403), Gemeinde Berne, Am Breithof 6, 27804 Berne (04406 941310), Samtgemeinde Bevern, Angerstraße 13 a, 37639 Bevern (05531/994414), Stadt Beverungen, Weserstraße 12, 37688 Beverungen (05273 3920), Flecken Bodenfelde, Amelither Straße 23, 37194 Bodenfelde (05572 93690), Samtgemeinde Bodenwerder-Polle, Münchhausenplatz 3, 37619 Bodenwerder (05533 40545), Samtgemeinde Boffzen, Heinrich-Ohm-Straße 21 37691 Boffzen (05271 956031), Stadt Brake/Unterweser, Schrabberdeich 1, 26919 Brake (04401 102240), Stadt Bremen, An der Reeperbahn 2, 28217 Bremen (0421 3614959), Stadt Bremerhaven, Fährstraße 20, 27568 Bremerhaven (0471 5903226), Gemeinde Butjadingen, Butjadinger Straße 59, 26969 Butjadingen (04733 8930 bzw. 8935), Stadt Cuxhaven, Rathausplatz 1, 27472 Cuxhaven (04721 700574), Gemeinde Dörverden, Große Straße 80, 27313 Dörverden (04234 3990), Stadt Eisenach, Markt 22, 99817 Eisenach (03691 670629), Stadt Elsfleth, Rathausplatz 1, 26931 Elsfleth (04404 5040), Gemeinde Emmerthal, Berliner Straße 15, 31860 Emmerthal (05155 69121), Stadt Eschwege, Obermarkt 22, 37269 Eschwege (05651 3040), Stadt Geestland, Am Markt 8, 27624 Geestland (04743 9372428), Einheitsgemeinde Gerstungen, Wilhelmstraße 53, 99834 Gerstungen(036922 2450), Gemeinde Hagen im Bremischen, Amtsplatz 3, 27628 Hagen im Bremischen (04746 8738), Verwaltungsgemeinschaft Hainich-Werratal, Am Schloss 6, 99826 Berka vor dem Hainich (036926-94730), Stadt Hameln, Rathausplatz 1, 31785 Hameln (05151 2021821), Stadt Hann. Münden, Böttcherstraße 3, 34346 Hann. Münden (05541 75238), Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg, Steingraben 49, 37318 Hohengandern (036081 62213), Samtgemeinde Heemsen, Wilhelmstraße 4, 31627 Rohrsen (05024 980526), Stadt Heringen (Werra), Obere Goethestraße 17, 36266 Heringen (Werra) (06624 933140), Gemeinde Herleshausen, Bahnhofstraße 15, 37293 Herleshausen (05654 98950), Stadt Hessisch Oldendorf, Marktplatz 13, 31840 Hessisch Oldendorf (05152 782182), Stadt Holzminden, Neue Straße 12, 37603 Holzminden (05531 9590), Stadt Höxter, Westerbachstraße 45, 37671 Höxter (05271 9635101), Samtgemeinde Grafschaft Hoya, Schlossplatz 2, 27318 Hoya/Weser (04251 81565 bzw. 81566), Gemeinde Kalletal, Rintelner Straße 3, 32689 Kalletal (05264 6440), Flecken Langwedel, Große Straße 1, 27299 Langwedel (04232 3931 bzw. 3930), Gemeinde Lemwerder, Stedinger Straße 51, 27809 Lemwerder (0421 673934), Gemeinde Loxstedt, Am Wedenberg 10, 27612 Loxstedt (04744 480), Gemeinde Meinhard, Sandstraße 15, 37276 Meinhard (05651 74800), Stadt Minden, Kleiner Domhof 17, 32423 Minden (0571 89541), Samtgemeinde Mittelweser, Am Markt 4, 31592 Stolzenau sowie Hinter den Höfen 13, 31628 Landesbergen (05761 705155), Stadt Nienburg/Weser, Marktplatz 1, 31582 Nienburg/Weser (05021 87214), Stadt Nordenham, Walter-Rathenau-Straße 25, 26954 Nordenham (04731 84360), Stadt Petershagen, Bahnhofstraße 63, 32469 Petershagen (05702 8220), Marktgemeinde Philippsthal, Schloss 1, 36269 Philippsthal (06620 92100), Stadt Porta Westfalica, Kempstraße 1, 32457 Porta Westfalica (0571 791320), Gemeinde Reinhardshagen, Amtsstraße 10, 34359 Reinhardshagen (05544 95070), Forstgutsbezirk Reinhardswald, Obere Kasseler Straße 27, 34359 Reinhardshagen (05544 951022), Stadt Rinteln, Klosterstraße 19, 31737 Rinteln (05751 403174 bzw. 403215), Gemeinde Schwanewede, Damm 4, 28790 Schwanewede (04209 74324), Gemeinde Stadland, Am Markt 1, 26935 Stadland (04732 890), Flecken Steyerberg, Lange Straße 21, 31595 Steyerberg (05764 96060), Samtgemeinde Thedinghausen, Braunschweiger Straße 10, 27321 Thedinghausen (04204 880), Stadt Treffurt, Rathausstraße 12, 99830 Treffurt (036923 5150), Stadt Uslar (für gemeindefreies Gebiet Solling), Graftplatz 3, 37170 Uslar (05571 307100), Stadt Vacha, Bahnhofstraße 21, 36404 Vacha (036962 2610), Stadt Verden (Aller), Ritterstraße 10, 27283 Verden (Aller) (04231 120), Stadt Vlotho, Lange Straße 60, 32602 Vlotho (05733 9240), Stadt Wanfried, Marktstraße 18, 37281 Wanfried (05655 989415), Stadt Werra-Suhl-Tal, Kirchstraße 9, 99837 Werra-Suhl-Tal (036922 33142), Samtgemeinde Weser-Aue, Rathausstraße 14, 31608 Marklohe (05021 60250), Gemeinde Wesertal, In der Klappe 1A, 34399 Wesertal (05572 93730), Gemeinde Weyhe, Rathausplatz 1, 28844 Weyhe (04203 71-101), Stadt Witzenhausen, Am Eschenbornrasen 19, 37213 Witzenhausen (05542-508600), Gemeinde Wurster Nordseeküste, Westerbüttel 13, 27639 Wurster Nordseeküste (04742 870).

  3. Mit dem Ende der Auslegungsfrist gilt der Bescheid des Regierungspräsidiums Kassel vom 23.12.2021 allen Betroffenen und denjenigen gegenüber, die Einwendungen erhoben haben, als zugestellt (§ 74 Abs. 5 Satz 3 VwVfG). Dies gilt auch gegenüber Vereinigungen, über deren Stellungnahmen entschieden wurde, sowie gegenüber denjenigen Vereinigungen, die keine Stellungnahme abgegeben haben.

  4. Eine Ausfertigung des Bescheids und der Antragsunterlagen können auch auf der Homepage des Regierungspräsidiums Kassel unter https://rp-kassel.hessen.de/umwelt-natur/kaliindustrie/einleitung-von-salzabwässern-in-die-werra eingesehen werden; maßgeblich ist jedoch der Inhalt der öffentlich zur Einsicht ausgelegten Unterlagen (§ 27a VwVfG). Diese Bekanntmachung und der Bescheid inkl. zugrundeliegender Unterlagen sind außerdem im UVP-Portal unter https://www.uvp-verbund.de/ abrufbar.

  5. Der Bescheid kann bis zum Ablauf der Rechtsbehelfsfrist am 08.04.2022 (einschließlich) von den Betroffenen, denjenigen, die Einwendungen erhoben haben sowie Vereinigungen, die Stellungnahmen abgegeben haben, schriftlich beim Regierungspräsidium Kassel, Dezernat Bergaufsicht, Hubertusweg 19, 36251 Bad Hersfeld, oder elektronisch (salzwassereinleitung@rpks.hessen.de) angefordert werden.

II. Antragsgegenstand

Das am 14.04.2020 beantragte Vorhaben der K+S umfasst die fortgesetzte Einleitung von salzhaltigen Produktions- und Haldenabwässern sowie salzhaltigen Grundwässern aus den Kaliwerken Neuhof-Ellers und Werra in die Werra bei Philippsthal und Heringen und die Einleitung von möglicherweise anfallenden salzhaltigen Wässern aus Kompensations- und Sicherungsmaßnahmen in den Jahren 2021 sowie 2022 – 2027. Da für das Jahr 2021 am 23.12.2020 eine separate, bis zum 31.12.2021 befristete, wasserrechtliche Erlaubnis erteilt wurde, wird nachfolgend unter Berücksichtigung einer Antragsergänzung vom 30.06.2021 ausschließlich der Antragsgegenstand für die Jahre 2022 – 2027 beschrieben, über den aktuell entschieden wurde: Die Salzabwassereinleitung soll auf max. 5,0 Mio. m³/a verringert werden. Die Grenzwerte am Pegel Gerstungen sollen für Chlorid von 2.270 mg/l in den Jahren 2022 und 2023 auf 1.700 mg/l in 2024 – 2027 abgesenkt werden, für Kalium von 195 mg/l in den Jahren 2022 – 2025 über 184 mg/l in 2026 auf 170 mg/l in 2027 und für Magnesium von 334 mg/l in den Jahren 2022 – 2025 über 300 mg/l in 2026 auf 280 mg/l in 2027. Für die möglicherweise anfallenden Wässer aus den Sicherungs- und Kompensationsmaßnahmen der Haldenerweiterungen Wintershall und Hattorf wird eine zusätzliche Jahreseinleitfracht von bis zu 64.000 t/a beantragt. Der Untersuchungsraum umfasst den Flussschlauch inkl. der gesetzlich festgesetzten Überschwemmungsgebiete von Vacha bis zur Messstation Hemelingen an der Weser.

III. Verfügender Teil des Erlaubnisbescheids

Der K+S wird unbeschadet der Rechte Dritter gemäß §§ 8 Abs. 1, 9 Abs. 1 Nr. 4, 12 Abs. 1 und 2 sowie 57 Abs. 1 WHG die wasserrechtliche Erlaubnis zur Einleitung von Salzabwässern sowie salzhaltigen Grundwässern und Niederschlagswässern der Werke Werra und Neuhof-Ellers in die Werra über die Einleitstellen am Standort Hattorf, Gemarkung Philippsthal, und die Einleitstelle am Standort Wintershall, Gemarkung Heringen, befristet bis zum 31.12.2027 mit folgendem wesentlichen Inhalt erteilt:

  • Es dürfen insgesamt max. 5,0 Mio. m³/a Salzabwasser in die Werra eingeleitet werden. Für die Einleitung salzhaltigen Grundwassers aus den Sicherungs- und Kompensationsmaßnahmen gilt eine Beschränkung der Jahresfracht der eingeleiteten Mineralisation (K, Mg, Na, Cl, SO4) auf 64.000 Tonnen. Für die Einleitung der Niederschlagswässer aus dem genehmigten Polder B auf der Halde IV des Werkes Werra gilt keine Fracht- bzw. Mengenbeschränkung.

  • Am Pegel Gerstungen dürfen die folgenden Grenzwerte nicht überschritten werden (24 h-Mischprobe): Chlorid 2000 mg/l im Jahr 2022, 1820 mg/l ab 01.01.2023, 1700 mg/l ab 01.01.2024; Kalium 175 mg/l im Jahr 2022, 160 mg/l ab 01.01.2023, 150 mg/l ab 01.01.2024; Magnesium 270 mg/l im Jahr 2022, 245 mg/l ab 01.01.2023, 235 mg/l ab 01.01.2024; Sulfat 635 mg/l im Jahr 2022, 575 mg/l ab 01.01.2023, 540 mg/l ab 01.01.2024. Eine Absenkung der Grenzwerte für die Jahre 2026 und 2027 bleibt vorbehalten und hängt von der Überprüfung der Zielwerte durch die FGG Weser ab.

  • Für den Parameter Kupfer darf die Einleitfracht der Werke Werra und Neuhof-Ellers maximal 65 % der Jahreskupferfracht in der Werra am Pegel Gerstungen betragen. Der Anteil der Einleitung an den Gesamtkonzentrationen der Parameter Kupfer, Phosphor und Stickstoff am Pegel Gerstungen darf im Jahresmittel maximal die folgenden Werte erreichen: Kupfer 5,5 µg/l; Phosphor 2,3 µg/l im Jahr 2022, 2,1 µg/l im Jahr 2023 und 2,0 µg/l ab 2024; Stickstoff 0,18 mg/l im Jahr 2022, 0,17 mg/l im Jahr 2023 und 0,16 mg/l ab 2024.

  • Die Einleitung ist unter Berücksichtigung der Fließzeit ab den Einleitstellen so vorzunehmen, dass ab Erreichen eines Pegelstands von 390 cm am Pegel Gerstungen eine Konzentration von maximal 250 mg/l Chlorid an diesem nicht überschritten wird.

  • Die durch die Abwassereinleitung hervorgerufene Gewässeraufwärmung darf an den Einleitstellen 3°C, die durch die Abwassereinleitung insgesamt hervorgerufene Gewässertemperatur darf einen Höchstwert von 28°C in der Werra nicht überschreiten.

  • Die im Laufe des Verfahrens vorgebrachten Einwendungen und Forderungen werden aus den in der Entscheidung dargelegten Gründen zurückgewiesen, soweit ihnen nicht Rechnung getragen oder in der Entscheidung entsprochen wurde bzw. sie sich im Laufe dieses Verfahrens nicht erledigt haben.

  • Die sofortige Vollziehung der Erlaubnis wird angeordnet.

  • Im Bescheid sind weitere Auflagen und weitere Inhalts- und Nebenbestimmungen, bspw. Rangfolge der Einleitung; Verbot Schwallbetrieb; Festlegung maximaler Umweltqualitätsnormen für Schwermetalle; Festlegung maximaler Einleitkonzentrationen an Mineralisation und Schwermetallen; Jahresschmutzwassermenge; Überwachungswerte für die Eigenkontrolle an den Einleitstellen und im Gewässer, verfügt.

IV. Rechtsbehelfsbelehrung

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe bei dem Verwaltungsgericht Kassel, Goethestraße 41 – 43, 34119 Kassel, Klage erhoben werden.

Bad Hersfeld, 18.01.2022

Regierungspräsidium Kassel
Abteilung III Umweltschutz
Gz.: 34/Hef-79f 12-03-352-2-11/77III

Bremen, den 26.01.2022, Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau